Projektinfos

MekoKitaService: Ein Angebot zur frühkindlichen Medienerziehung in Kita und Grundschule

Wie Sie in der Kita und auch in der Grundschule kreative, experimentelle und auch Kritik fördernde Medienprojekte umsetzen können, möchten wir mit dem MekoKitaService vermitteln.

Im Folgenden erklären wir Ihnen wie Sie die Materialien in Ihrer Einrichtung nutzen können.

Die (visuellen) Materialien:
Die Materialien greifen verschiedene Medien auf und eignen sich sowohl für kurze Projekteinheiten als auch für umfangreiche Projekte. Sie richten sich an verschiedene Altersgruppen und lassen sich mit verschiedenen Bildungsbereichen verknüpfen. Die visuellen Anleitungen sind so gestaltet, dass auch Kinder ohne Lesefertigkeiten oder mit geringen Deutschkenntnissen, die Aufgaben nachvollziehen können. Im Text finden sich für pädagogische Fachkräfte und Teamer*innen Beschreibungen und Tipps zur Vorgehensweise und zu pädagogischen Settings.

Altersgruppen:
Für die Projektideen und Anleitungen werden jeweils Altersgruppen empfohlen. Diese sind nicht starr gesetzt, sondern sollten je nach Entwicklungsstand angepasst werden.
Folgende Alterseinteilung wurde bei den Materialien vorgenommen:

2- bis 3-Jährige (Akkordeon): bei der jüngsten Altersgruppe ist die Nutzung von digitalen Medien insgesamt eher selten und auch der Einsatz von Medien bei Projekten beschränkt. Doch niederschwellige Projekte können schon mit den Kleineren umgesetzt werden. Der Technikeinsatz beschränkt sich hierbei oft in der Bedienung von (Foto-)Kamera, Aufnahmegerät und Tablet oder den Umgang mit Büchern. Bücher eignen sich gut als Vorlage, um eine Geschichte zu vertonen, zum Beispiel indem Kinder Geräusche aufnehmen oder indem sie Tiere aus dem Buch nachahmen. Einige Apps eignen sich, um die Kinder spielerisch anzuregen genau hinzuschauen, hinzuhören, Farben zu lernen und Dinge miteinander zu kombinieren. Mit sogenannten Bilderbuch-Apps können Kinder aktiv aufgefordert werden, z.B. auf dargestellte Tiere oder Gegenstände zu klicken und Bezeichnungen, Geräusche und Merkmale zu lernen.

In dieser Altersgruppe ist die Mediennutzung meist schon eine Alltagspraxis. Oft schauen die Kinder ab drei Jahren kleine Videoclips auf dem Tablet oder Kindersendungen im Fernsehen. Hörspiele und Hörgeschichten, Musik und zuweilen Spiele-Apps werden von dieser Altersgruppe gern genutzt. Die Kinder können bereits einfachen Handlungssträngen von kurzen Geschichten folgen. Medienheld*innen spielen eine wichtige Rolle und die Kinder bearbeiten auch anhand von Medieninhalten ihre handlungsleitenden Themen, wie Freunde finden, Groß werden, Mädchen-Junge-sein, u.a.. In dieser Altersgruppe fotografieren die Kinder meist sehr gern und gehen interessiert mit Technik um. Ob einfache Fotoprojekte zu verschiedenen Themen, Tricks mit der Videokamera, Experimente mit der eigenen Stimme, Audioaufnahmen und Geräusche sammeln: diese Projekte eigenen sich sehr gut in dieser Altersgruppe. Aber auch einfache Trickfilmarbeit kann schon gut umgesetzt werden. Kinder lernen so sich kreativ auszudrücken und auch wie medial getrickst wird.

Mit dem Eintritt in die Grundschule ändert sich die Nutzung von Medien bzw. die Bedeutung von Medien im Alltag der Kinder. Die Mediennutzung in der Freizeit nimmt allgemein etwas zu und wird durch die Schule bildungsbezogen eingesetzt. Kinder sind von ihren Fähigkeiten her in der Lage, diverse technische Geräte, Programme und Apps zu bedienen, digital zu fotografieren, Hörmedien zu gestalten, einfache Geschichten zu entwickeln und mehr. Sie können die Merkmale unterschiedlicher Medienhelden unterscheiden und sie formulieren, was ihnen warum gefällt oder missfällt. Durch Medienprojekte mit unterschiedlicher Rollenverteilung, Projektarbeit in mehreren Einheiten und übergangs- oder schulbezogene Themen lernen Kinder vielfältige Formen der kreativen und bildungsbezogenen Zusammenarbeit kennen. An Exkursionen lassen sich gut Hör- Foto- und kleine Videoreportagen anknüpfen.

Aufwand:
Auf der beschreibenden Seite zu den Materialien finden sich auch Angaben zum Aufwand, dabei wird unterschieden zwischen gering, mittel und hoch.

Vorbereitend werden einige Materialien benötigt, als Orientierung dient ein einfacher Ablaufplan mit Zielen, die Aufgabenstellungen und auch die spätere Präsentation sind einfach und schnell umsetzbar (weniger als 1 Stunde Vorbereitung, Umsetzung von wenigen Minuten bis zu einer Stunde).

Die Vorbereitung erfordert besondere Requisiten, Technik, die evtl. noch beschafft werden muss und/oder eine etwas genauere Vorbereitung zum Ablauf und zur Aufgabenverteilung. Das Projekt selbst kann auch an zwei oder mehreren Tagen umgesetzt werden und/oder erfordert ein spezielles Setting zur Präsentation (z.B. auf dem Kita-oder Grundschulfest); (Vor- und Nachbereitung weniger als zwei Stunden, Umsetzung 1 -3 Stunden, in verschiedene Phasen, Tage aufteilbar).

Das Projekt erfordert kleinschrittigere und genauere Planung, etwas mehr technischen Aufwand. Hier sollten genauere Checklisten, Ablaufpläne erstellt werden, evtl. weitere Kolleg*innen, Eltern als Unterstützung herangezogen werden. Das Projekt sollte über einen längeren Zeitraum, z.B. mehrere Projekttage, mit den Kindern vorbereitet und realisiert werden. Die Präsentation kann mit Pressearbeit und/oder der gezielten Einladung von Eltern verbunden sein oder in eine Kitafeier eingebunden werden (Vor-und Nachbereitung bis zu zwei Stunden, Umsetzung an ein oder mehreren Projekttagen, in verschiedenen Phasen, Tage aufteilbar, ggf. Vorbereitung von Präsentation mit Eltern).

Wesentliche Kennzeichen der aktiven medienpädagogischen Arbeit sind dabei:

  • Aneignung von Themen mit aktiver Medienarbeit
  • Medien bewerten und die Machart von Medien verstehen lernen
  • Kritikfähigkeit entwickeln
  • Verarbeitung von Medieninhalten und Handlungsleitenden Themen
  • Eigenständige Kreativität fördern
  • Mediale Ausdrucksfähigkeit entwickeln
  • Sinne schulen und bewusste Wahrnehmung der Umgebung
  • Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit fördern
  • Medien für Bildungszwecke und Erfahrungsräume nutzen
  • Natur, Umwelt, MINT gestützt durch mediale Erkundungen und Experimente verstehen lernen
  • Phantasieförderung und Entwicklung von Geschichten unterstützten
  • Sprachkompetenzen, Konzentration und Zuhörfähigkeit fördern
  • Alternativen zum Medienkonsum erfahren und wahrnehmen
  • Medientechnische Kompetenzen fördern
  • Eltern für Medienerziehung sensibilisieren

Bildungsbereiche:
Im Land Nordrhein Westfalen sind 10 Bildungsbereiche für 0-10 Jährige definiert. Neben dem Bildungsbereich „Medien“ eignen sich die hier beschriebenen Methoden für die frühkindliche Bildung in diversen anderen Bildungsbereichen. Auf den Seiten der jeweiligen Materialien wird daher auch aufgeführt, für welche Bildungsbereiche die jeweilige Methode geeignet ist (hierbei sind auch weitere Bereiche, als die angegebenen, anknüpfungsfähig).

Die einzelnen Bildungsbereiche, nach den Bildungsgrundsätzen des Landes NRW

  1. Bewegung
  2. Körper, Gesundheit und Ernährung
  3. Sprache und Kommunikation
  4. Soziale und (inter-)kulturelle Bildung
  5. Musisch-ästhetische Bildung
  6. Religion und Ethik
  7. Mathematische Bildung
  8. Naturwissenschaftlich-technische Bildung
  9. Ökologische Bildung
  10. Medien

Zur genauen Definition siehe Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen (2016)

Hintergrund:
Medien sind heute allgegenwärtig. Auch zum Alltag der meisten Kinder im Kita- und Grundschulalter gehört der Umgang mit Medien, sie nutzen Videospiele, Videos aus dem Netz, digitales Spielzeug, Videochats mit Verwandten. All das gehört neben klassischen Medien wie Fernsehen, Hörbüchern oder auch Printmedien zur Lebenswelt der Kinder. Vielfältige Entwicklungs- und Bildungsaufgaben können mit der Mediennutzung verbunden sein, diese werden in den einzelnen Bausteinen und Materialien des MekoKitaService jeweils benannt.
Zugleich unterscheidet sich die Qualität der Mediennutzung stark. Während einige Kinder schon früh eine gemäßigte, bildungsbezogene und auch kreative Mediennutzung erlernen, nutzen Kinder in anderen Familien Medien stark konsumorientiert und mit wenig Alternativen.
Kita und Grundschule erreichen alle Kinder, hier gilt es sowohl die kreativen und bildungsbezogenen Chancen der Medien wahrzunehmen, als auch die Kritikfähigkeit altersgemäß zu fördern und Alternativen kennenzulernen und zu kultivieren. Der Erwerb von Medienkompetenz ist heute entlang der gesamten Bildungskette gefordert, was auch in die Bildungspläne der Bundesländer Eingang gefunden hat. Eltern für Medienerziehung zu sensibilisieren, ihnen Unterstützung zu geben sind weitere Aufgaben von Kita und auch Grundschule.

Was die Mediennutzung betrifft zeigen sich folgende Trends:

  • Schon viele Kleinkinder nutzen gelegentlich Apps, sei es auf dem Smartphone ihrer Eltern, sei es auf Tablets, viele schauen sich auch auf dem Smartphone ihrer Eltern Videos an.
  • Viele Zwei-bis Dreijährige haben Erfahrungen am PC oder an den mobilen Endgeräten ihrer Eltern.
  • Mit zunehmendem Alter sammeln die meisten Kinder im Kitaalter Fernseherfahrung und schauen mehrmals pro Woche Fernsehen.
  • Für Kitakinder zwischen 3 und 6 Jahren ist das Fernsehen nach wie vor das wichtigste Medium.
  • Im Grundschulter wird für viele Kinder die Nutzung von PC und von Videospielen wichtiger als das Fernsehen.
  • Bilderbücher sind nach wie vor die wichtigsten Medien der Ein- bis Dreijährigen.
  • Hörmedien spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in der Mediennutzung von Vorschulkindern.
  • Eltern stellen mitunter Fotos ihrer Kinder ins Netz, teils auch als eigenes Profilbild.
  • Eltern, die die Mediennutzung ihrer Kita-Kinder aktiv begleiten, z.B. Sendungen oder Spiele auswählen und kennen, teils auch mitverfolgen stehen solche gegenüber, die Medien größtenteils als „Babysitter“ nutzen, und nur durch Auswahl von Sendern und Zeiten regulierend wirken.
  • Kinder im Grundschulalter sind von der Smartphonenutzung ihrer Eltern genervt.
  • Die Anzahl an Fernsehgeräten in den Kinderzimmern sinkt seit einigen Jahren, Kinder sehen zunehmend auch Clips und Sendungen auf mobilen Endgeräten.
  • Im Alltag der Kinder sind mehr digitales Spielzeug zu finden, inklusive Überwachungs- und Kommunikationsfunktionen, sowie Verbindung ins Internet.